Hornhautchirurgie & Transplantation

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Die Hornhaut – Aufbau & Funktion

Die Hornhaut (Cornea) ist die klare, durchsichtige Schicht an der Vorderseite des Auges.

Sie bündelt das Licht und sorgt dafür, dass wir scharf sehen können.
 Da sie keine Blutgefäße enthält, bleibt sie transparent – ist jedoch empfindlich gegenüber Verletzungen, Entzündungen oder Erkrankungen.

Wird die Hornhaut trüb, vernarbt oder unregelmäßig, kann das Sehvermögen stark eingeschränkt sein. In solchen Fällen kann eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik) notwendig sein, um die Sehschärfe zu verbessern oder wiederherzustellen.

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Moderne Transplantationstechniken

Früher wurde die Hornhaut meist vollständig ersetzt (Perforierende Keratoplastik – PKP).

Heute ist das dank moderner, schichtweiser Verfahren nur noch selten notwendig.

Bei diesen schonenden Methoden werden ausschließlich die erkrankten Schichten der Hornhaut ersetzt.

Das schont gesundes Gewebe, ermöglicht eine schnellere Heilung und führt zu besonders klaren Sehergebnissen.

Heute stehen mehrere moderne Verfahren der Hornhauttransplantation zur Verfügung.

Je nach Art und Tiefe der Hornhautschädigung kann gezielt nur die betroffene Schicht ersetzt werden – schonend, präzise und individuell angepasst.

Überblick Transplantationsverfahren

DMEK

Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty

Was passiert:
Die DMEK ist eine moderne, besonders schonende Form der Hornhauttransplantation. Dabei wird nur die erkrankte, hintere Schicht der Hornhaut ersetzt, während die gesunden Bereiche erhalten bleiben. Das eingesetzte Spendergewebe ist extrem fein – nur etwa 10 Mikrometer dünn, also viel dünner als ein Blatt Papier.

Wann geeignet:
Bei Fuchs’scher Endotheldystrophie oder anderen Erkrankungen, bei denen die innerste Hornhautschicht geschädigt ist und dadurch die Hornhaut trüb oder geschwollen wird.

Besonderheiten / Vorteile:

  • Rasche Sehverbesserung
  • Sehr geringe Abstoßungsrate
  • Besonders natürliches Sehergebnis
  • Schnelle Heilung und sehr gute
  • Langzeitergebnisse

Ultrathin
DSAEK

Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty

Was passiert:
Die Ultrathin DSAEK ersetzt die hinteren Hornhautschichten (Endothel, Descemet-Membran) mit besonders dünnem Spendergewebe. Anders als bei der DMEK wird zusätzlich eine dünne Schicht Stroma vom Spendergewebe transplantiert.

Wann geeignet:
Wenn eine DMEK technisch nicht möglich ist, wird in extremen Fällen eine DSAEK durchgeführt – was jedoch nur selten vorkommt.

Besonderheiten / Vorteile:

  • Minimal-invasives Verfahren

ALK

Anterior Lamellar
Keratoplasty

Was passiert:
Die ALK ist eine moderne Alternative zur vollständigen Transplantation (PKP). Hier wird (je nach der Tiefe der Trübung) nur der erkrankte vordere Teil der Hornhaut ersetzt, während das Endothel und die gesunden Schichten erhalten bleiben.

Wann geeignet:
Bei tiefen Hornhautnarben, Dystrophien oder fortgeschrittenem Keratokonus – als schonende Alternative zur vollständigen Transplantation (PKP), wenn andere konservative Therapiemöglichkeiten (z. B. formstabile Kontaktlinsen oder therapeutische Laserbehandlungen) nicht mehr ausreichen, um die Sehschärfe gut zu erhalten.

Besonderheiten / Vorteile:

  • Geringere Abstoßungsrate als bei der durchgreifenden Transplantation

Bowman
Layer
Transplan­tation

Als Onlay oder Inlay

Was passiert:
Die Bowman-Layer-Transplantation ist ein schonendes, minimal-invasives Verfahren zur Stabilisierung der Hornhaut bei Keratokonus. Dabei wird eine dünne Schicht der Spenderhornhaut (Bowmanschicht ca. 20 µm) entweder in die eigene Hornhaut eingesetzt (Inlay) oder auf die Hornhaut aufgebracht (Onlay).

Wann geeignet:
Bei Keratokonus, wenn die Hornhaut zu dünn für ein UV-Crosslinking ist.

Besonderheiten / Vorteile:

  • Durchführung mit Femtolaser für präzise, minimale Invasivität
  • Stabilisierung der Hornhaut
  • Verlangsamung des Fortschreitens des Keratokonus
  • Schonender als klassische Hornhauttransplantationen
(PKP oder DALK)
  • Kann größere Eingriffe hinauszögern oder vermeiden

CAIRS

Corneal Allogenic Intrastromal Ring Segment

Was passiert:
Die CAIRS-Methode ist eine innovative, minimal-invasive Behandlung zur Abflachung der Hornhaut. Dabei wird ein maßgeschneiderter, ringförmiger Streifen aus Spenderhornhaut in die eigene Hornhaut implantiert. Es wird kein Gewebe entfernt. Das Implantat wird mit einem Femtosekundenlaser präzise vorbereitet und individuell angepasst.

Wann geeignet:
Bei Hornhauterkrankungen wie Keratokonus oder Ektasie Pellucide Mariginale Degeneration.

Besonderheiten / Vorteile:

  • Minimal-invasives Verfahren
  • Individuelle Anpassung an Ort und Schweregrad der Verformung
  • Verbesserung der Sehschärfe
  • Kann eine größere Hornhauttransplantation vermeiden
  • Bei fortgeschrittenem Keratokonus kombinierbar mit BLOT in einer Operation

Kombinierte Verfahren Vector

Kombinierte
Verfahren

Bei komplexen Befunden kann eine Hornhauttransplantation mit einer Grauer-Star-Operation kombiniert werden oder als Revisionseingriff nach vorherigen Operationen erfolgen – für ein optimales funk­tionelles Ergebnis und eine gezielte Verbesserung der Sehqualität.

Fazit

Dank moderner, schichtweiser Transplantationstechniken und neuer Behandlungsmöglichkeiten – etwa der Implantation allogener Ringe – hat sich die Zahl voll­ständiger Hornhaut­transplantationen (PKP/DALK) sowohl international als auch in Deutschland deutlich reduziert. Die Verfahren sind schonend, sicher und ermöglichen in vielen Fällen eine rasche Erholung und klare Sicht.
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Keratokonus – moderne Behandlungsmöglichkeiten

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Die Hornhaut kann durch Erkrankungen oder Verletzungen geschädigt werden. Dadurch kann sie sich verformen, trüben oder Narben bilden – was zu einer Verschlechterung der Sehschärfe führt.

Beim Keratokonus kommt es zu einer fortschreitenden Ausdünnung und Vorwölbung der Hornhaut. Betroffene bemerken zunächst eine zunehmende Verzerrung des Sehens oder verschwommene Bilder. Im Frühstadium können spezielle Kontaktlinsen helfen. Bei fortgeschrittenem Keratokonus kann jedoch eine operative Behandlung oder eine Hornhauttransplantation erforderlich sein.

Moderne Verfahren wie Crosslinking, CAIRS oder Bowman-Layer-Transplantation können die Hornhaut stabilisieren und eine Transplantation häufig hinauszögern oder vermeiden.

Heute stehen verschiedene moderne und schonende Therapieverfahren zur Verfügung, die individuell auf den Patienten angepasst werden können.

Crosslinking

Vernetzungstherapie der Hornhaut

Was passiert:
Beim Crosslinking wird die Hornhautoberfläche mit Riboflavin (Vitamin B2) getränkt und anschließend mit UV-Licht bestrahlt. Durch die Reaktion entstehen zusätzliche Verbindungen zwischen den Kollagenfasern, wodurch die Hornhaut fester und stabiler wird.

Wann geeignet:
Zur Stabilisierung der Hornhaut bei Keratokonus, insbesondere im frühen bis mittleren Stadium.

Besonderheiten / Vorteile:

  • Bewährte, minimal-invasive Methode
  • Ziel ist, das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen oder deutlich zu verlangsamen
  • Kann eine spätere Transplantation vermeiden
  • Sehvermögen bleibt in vielen Fällen langfristig erhalten

CAIRS

Corneal Allogenic Intrastromal Ring Segment

Was passiert:
Die CAIRS-Methode ist eine innovative, minimal-invasive Behandlung zur Abflachung der Hornhaut. Dabei wird ein maßgeschneiderter, ringförmiger Streifen aus Spenderhornhaut in die eigene Hornhaut implantiert. Es wird kein Gewebe entfernt. Das Implantat wird mit einem Femtosekundenlaser präzise vorbereitet.

Wann geeignet:
Bei Hornhauterkrankungen wie Keratokonus oder Pellucider marginaler Degeneration

Besonderheiten / Vorteile:

  • Minimal-invasives Verfahren
  • Maßgeschneiderte Anpassung an Ort und Schweregrad der Verformung
  • Deutliche Verbesserung der Sehschärfe möglich
  • Kann eine größere Hornhauttransplantation oft vermeiden
  • Kombinierbar mit anderen Verfahren wie CXL oder BLOT in einer OP

BLT

Bowman Layer Transplantation
als Inlay oder Onlay

Was passiert:
Die Bowman-Layer-Transplantation nutzt eine sehr dünne Gewebeschicht der Spenderhornhaut (Bowmanschicht), um eine durch Keratokonus geschwächte Hornhaut zusätzlich zu stabilisieren. Sie kommt vor allem dann infrage, wenn die Hornhaut zu dünn für ein UV-Crosslinking ist.

Wann geeignet:
Fortgeschrittener Keratokonus mit stark ausgedünnter Hornhaut.

Besonderheiten / Vorteile:

  • Zusätzliche Stabilisierung bei bereits stark ausgedünnter Hornhaut
  • Kann eine klassische Hornhauttransplantation hinauszögern
  • Ergänzt andere Verfahren (z. B. Crosslinking)

Mehr erfahren

PKP / DALK

Perforierende Keratoplastik / Tiefe Anteriore Lamelläre Keratoplastik

Was passiert:
Bei der PKP (Penetrierenden Keratoplastik) werden alle Schichten der zentralen Hornhaut durch Spendergewebe ersetzt.
Bei der DALK (Tiefen Anterioren Lamellären Keratoplastik) wird nur der erkrankte vordere Teil der Hornhaut – die Bindegewebsschicht – ersetzt, während das Endothel und andere gesunde Schichten erhalten bleiben.

Wann geeignet:
Bei fortgeschrittenem Keratokonus oder schweren Hornhauterkrankungen, wenn weniger invasive Verfahren nicht mehr ausreichen.

Besonderheiten / Vorteile:

  • DALK vermeidet viele Nachteile der vollständigen Transplantation
  • Schnellere Heilung
  • Geringeres Risiko einer Abstoßung
  • Erhalt gesunder Strukturen bei der DALK

Häufige Fragen
rund um die Behandlung

Wann ist eine Hornhautoperation notwendig?

Eine Operation wird in der Regel empfohlen, wenn konservative Behandlungen – wie Tropfen, formstabile Kontaktlinsen oder ähnliche Maßnahmen – nicht mehr ausreichen, um die Sehkraft zu erhalten oder Schmerzen zu lindern. Beispiele hierfür sind progressiver Keratokonus, Narbenbildung oder fortgeschrittene Hornhautdystrophien.

Tut eine Hornhautoperation weh?

Nein – während des Eingriffs spüren Sie dank Tropfbetäubung keine Schmerzen. Danach kann das Auge einige Tage gereizt sein oder ein Fremdkörpergefühl verursachen.

Ich bleibe während der OP mit Ihnen in Kontakt und erkläre Schritt für Schritt, was passiert. Viele Patient:innen empfinden diese ruhige Begleitung als sehr angenehm – fast wie eine „verbale Betäubung“.

Vertrauen und eine entspannte Atmosphäre sind wichtig für den Behandlungserfolg. Sie können sich also sicher und gut aufgehoben fühlen.

Woher stammt das Spendergewebe?

Die Hornhaut stammt von verstorbenen Spender:innen, die der Verwendung zugestimmt haben. In Hornhautbanken wird das Gewebe sorgfältig getestet (z. B. HIV, Hepatitis, Syphilis, bakterielle und Pilzinfektionen) und aufbereitet.

Dank langjähriger Zusammenarbeit können wir meist zeitnah ein passendes Transplantat bereitstellen. In seltenen Fällen kann es Wartezeiten von 1–2 Wochen geben.

Ihre Daten werden nur mit Ihrer Zustimmung zur Qualitätssicherung weitergegeben.

Ist die Operation ambulant möglich?

Ja, Hornhauttransplantationen werden ambulant durchgeführt. Sie können in der Regel am selben Tag nach Hause und im eigenen Bett schlafen.

Direkt nach dem Eingriff betreue ich Sie persönlich und stehe auch danach für Fragen oder Unsicherheiten zur Verfügung.

Wie bereite ich mich vor?

Vor der OP erhalten Sie genaue Anweisungen, z. B. zu Medikamenten und Augentropfen. Eine gründliche Voruntersuchung und ein persönliches Gespräch sorgen dafür, dass alles optimal vorbereitet ist.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Medizinisch notwendige Eingriffe wie die meisten Hornhauteingriffe werden in der Regel von gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.

Bei rein refraktiven Behandlungen (z. B. LASIK, IOL-Implantation ohne Grauen Star) erfolgt meist keine Kostenübernahme. Wir beraten Sie gerne individuell.

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Hornhautsprechstunde an der Augentagesklinik am Rothenbaum

Alle Behandlungen und Beratungen rund um die Hornhaut werden von mir persönlich in der Augentagesklinik am Rothenbaum durchgeführt.